Eine Benachrichtigung am Bildschirmrand mit Aussagen wie „Ihr Smartphone ist mit einem Virus infiziert“, „Ihr Abonnement ist abgelaufen“ oder „Jetzt bereinigen“ ist meist nicht das Ergebnis eines echten Scans des Betriebssystems. Eine Website, der Sie zuvor die Berechtigung für Benachrichtigungen erteilt haben, kann Web-Push-Nachrichten senden, selbst wenn der Browser geschlossen zu sein scheint. Damit sollen Sie möglicherweise zu einem gefälschten technischen Support, einer Phishing-Seite, einem unnötigen Abonnement oder dem Download verdächtiger Software gelockt werden. Die richtige Reaktion besteht nicht darin, die Schaltfläche in der beängstigenden Meldung anzuklicken, sondern die Quelle über die Einstellungen des Betriebssystems und des Browsers zu ermitteln.
Tippen Sie die Benachrichtigung zunächst nicht an
Verwenden Sie keine Schaltfläche wie „Scannen“, „Bereinigen“ oder „Erneuern“ und rufen Sie keine dort angezeigte Telefonnummer an. Stammt die Benachrichtigung von einer Website im Browser, öffnet ein Klick die Seite des Angreifers. Dass sie wie ein echtes Sicherheitsprodukt aussieht, macht sie nicht vertrauenswürdig. Auf der Benachrichtigung kann in kleiner Schrift Chrome, Firefox oder Edge beziehungsweise der Domainname einer Website stehen. Notieren Sie die Quelle oder erstellen Sie einen Screenshot und schließen Sie anschließend die Benachrichtigung. Wird die Meldung im Vollbild angezeigt, schließen Sie den Browser-Tab. Lässt er sich nicht schließen, beenden Sie den Browser über den App-Umschalter des Betriebssystems.
Unterscheiden Sie Web-Benachrichtigungen von Systemwarnungen
Damit eine Website Web-Push-Nachrichten senden kann, muss ihr in der Regel zuvor die entsprechende Berechtigung erteilt worden sein. Diese Berechtigung kann über eine Aufforderung wie „Klicken Sie auf Zulassen, um zu bestätigen, dass Sie kein Roboter sind“ eingeholt worden sein. Laut Mozilla ist Firefox Web Push optional und eine erteilte Berechtigung kann später wieder entzogen werden. Das Browserlogo oder ein Domainname in der Benachrichtigung ist ein wichtiger Hinweis auf deren Herkunft.
Nicht jedes Pop-up ist jedoch eine Push-Benachrichtigung. Erscheint es nur innerhalb eines Tabs, wenn Sie eine bestimmte Seite besuchen, kann es sich um ein Pop-up oder eine Weiterleitung handeln. Taucht es auch bei geschlossenem Browser auf dem Desktop oder in der Benachrichtigungsleiste auf, ist eine Website-Benachrichtigung wahrscheinlicher. Wenn die Quelle eine unbekannte eigenständige App ist, prüfen Sie außerdem deren Berechtigungen und die zuletzt installierten Programme.
Website-Berechtigung in Chrome entziehen
Öffnen Sie Chrome unter Android und gehen Sie über das Dreipunktmenü zu Einstellungen > Website-Einstellungen beziehungsweise Berechtigungen > Benachrichtigungen. Wählen Sie in der Liste „Zugelassen“ unbekannte Domains aus und blockieren oder entfernen Sie deren Benachrichtigungsberechtigung beziehungsweise löschen Sie die Website-Daten. Die Bezeichnungen der Menüs können je nach Chrome- und Android-Version variieren. Sie können auch eine aktive Benachrichtigung gedrückt halten und deren Einstellungen öffnen, um die Quell-App zu ermitteln. Wenn Sie jedoch sämtliche Chrome-Benachrichtigungen deaktivieren, werden auch nützliche Website-Benachrichtigungen etwa für Kalender oder Besprechungen stummgeschaltet. Entfernen Sie daher nach Möglichkeit nur die problematische Domain.
Öffnen Sie in Chrome auf dem Computer Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Website-Einstellungen > Benachrichtigungen. Suchen Sie unter den zugelassenen Websites die Domain, die die gefälschte Warnung sendet, und blockieren oder entfernen Sie sie. Google weist darauf hin, dass Chrome betrügerische oder störende Benachrichtigungen automatisch blockieren kann. Dieser Schutz bedeutet jedoch nicht, dass jede zuvor erteilte Berechtigung unbedenklich ist.
Benachrichtigungen in Firefox stoppen
Öffnen Sie in Firefox auf dem Computer Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit. Rufen Sie unter der Überschrift Berechtigungen die Einstellungen für Benachrichtigungen auf. Dort können Sie die betreffende Website auswählen und entfernen oder ihren Status auf „Blockieren“ setzen. Beim Entfernen kann die Website später erneut um Erlaubnis bitten; „Blockieren“ verhindert auch eine neue Anfrage derselben Domain. Mozilla erklärt außerdem, dass die Berechtigung „Benachrichtigungen senden“ über das Berechtigungssymbol der geöffneten Seite entzogen werden kann.
Führen Sie nach dem Entziehen der Berechtigung eine Sicherheitsprüfung durch
Wenn Sie die gefälschte Benachrichtigung nicht angeklickt und keine Datei heruntergeladen haben, genügt es in vielen Fällen, lediglich die Berechtigung zu entziehen. Prüfen Sie dennoch die Browsererweiterungen, die zuletzt heruntergeladenen Dateien und kürzlich installierte Apps. Entfernen Sie unbekannte Erweiterungen und Programme. Aktualisieren Sie Browser und Betriebssystem über die offiziellen Update-Kanäle und führen Sie die integrierte Sicherheitsprüfung aus. Laden Sie nicht das in der Internetwarnung angebotene „Bereinigungstool“ herunter.
Falls Sie über die Warnung ein Passwort eingegeben haben, rufen Sie den echten Dienst auf, indem Sie seine Adresse selbst eingeben. Ändern Sie dort das Passwort, melden Sie offene Sitzungen ab und aktivieren Sie die Mehr-Faktor-Authentifizierung. Wenn Sie Kartendaten angegeben haben, wenden Sie sich über die Telefonnummer auf der Kartenrückseite oder den offiziellen Kontaktweg in der Banking-App an Ihre Bank. Falls Sie Fernzugriffssoftware installiert haben, trennen Sie die Internetverbindung, entfernen Sie die Software und holen Sie vertrauenswürdige Unterstützung ein. Rufen Sie nicht die in der betrügerischen Warnung angezeigte Telefonnummer an.
Verwalten Sie Berechtigungen, statt alle Benachrichtigungen abzuschalten
Web-Benachrichtigungen können für die Sendungsverfolgung, Besprechungen, Nachrichten oder betriebliche Anwendungen nützlich sein. Die dauerhafte Lösung besteht daher nicht darin, alle Benachrichtigungen stummzuschalten, sondern die Berechtigungsliste übersichtlich zu halten. Wenn eine Website verlangt, vor der Anzeige von Inhalten auf „Zulassen“ zu klicken, lehnen Sie die Anfrage ab. Eine Benachrichtigungsberechtigung ist technisch weder zum Lösen eines CAPTCHAs noch zum Abspielen eines Videos oder Herunterladen einer Datei erforderlich.
Starten Sie den Browser nach der Bereinigung neu und prüfen Sie die Liste der Benachrichtigungsberechtigungen erneut. Wenn dieselben Warnungen weiterhin erscheinen, untersuchen Sie andere Browserprofile, synchronisierte Erweiterungen und die Autostart-Apps des Betriebssystems. Tritt das Symptom auf mehreren Geräten mit demselben Konto auf, können auch synchronisierte Erweiterungen oder Einstellungen die Ursache sein. Eine Rücksetzung auf die Werkseinstellungen sollte nicht der erste Schritt sein. Die Quelle zunächst zu ermitteln, ist weniger einschneidend und verhindert außerdem, dass derselbe Fehler erneut auftritt.
Verwendete Recherchequellen: https://support.google.com/chrome/answer/3220216 https://support.mozilla.org/en-US/kb/push-notifications-firefox https://support.google.com/android/answer/9079661